Heimkino-Filmkritik

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Der schmale Grat

The Thin Red Line


Filmposter via TMDb (themoviedb.org)

Cast & Crew:

Regie: Terrence Malick

Besetzung: Jim Caviezel (Soldat Witt), Sean Penn (Sergeant Edward Welsh), Nick Nolte (Lieutenant Colonel Gordon Tall), Adrien Brody (Fife), Ben Chaplin (Soldat Bell), John Cusack (Captain Jon Gaff), Elias Koteas (Captain Staros), Woody Harrelson (Sergeant Keck), John Savage (Sergeant McCron), John C. Reilly (Sergeant Storm), Miranda Otto (Marty Bell), Jared Leto (2nd Lieutenant Whyte), John Travolta (General Quintard), George Clooney (Captain Charles Bosche), Thomas Jane (Soldat Ash), Tim Blake Nelson (Soldat Tills)

Produktion: Robert Michael Geisler, John Roberdeau, Grant Hill

Drehbuch: Terrence Malick

Buchvorlage: James Jones

Filmmusik: Hans Zimmer

Kamera: John Toll

Schnitt: Billy Weber, Leslie Jones, Saar Klein

Story:

Während des Zweiten Weltkriegs wird eine amerikanische Infanteriekompanie auf die Pazifikinsel Guadalcanal geschickt, um die dortigen japanischen Stellungen zurückzudrängen. Während Private Witt immer wieder die Nähe zur einheimischen Bevölkerung sucht und über den Sinn des Lebens nachdenkt, hat First Sergeant Welsh längst einen ernüchterten Blick auf den Krieg entwickelt. Private Bell sehnt sich nach seiner Frau, während Lieutenant Colonel Tall in dem Einsatz auch eine Chance für seine militärische Karriere sieht. Als die Kompanie den Auftrag erhält, eine strategisch wichtige und schwer befestigte Hügelkette einzunehmen, geraten die Männer unter heftigen japanischen Beschuss.


Heimkino-Filmkritik:

„Der schmale Grat“ ist zwischen den actionreichen Gefechtsszenen auch mitunter ein ruhig und melancholisch erzähltes Kriegsdrama, das bis in die kleinsten Nebenrollen herausragend besetzt ist. Immer wiederkehrende Tier- und Naturaufnahmen zeigen die beeindruckende Flora und Fauna der Insel, thematisieren zugleich aber auch die Grausamkeit innerhalb der Tierwelt und stellen damit bereits einen Bezug zum menschlichen Handeln her. Die intensiven Kämpfe beschönigen den Krieg zu keiner Zeit, sodass „Der schmale Grat“ durchaus als kriegskritisches Werk und somit als Antikriegsfilm verstanden werden kann. Man könnte dem Film vorwerfen, die Ereignisse zunächst sehr einseitig aus der Perspektive der amerikanischen Soldaten zu erzählen, im letzten Drittel wird jedoch zunehmend auch das Leid der japanischen Soldaten sichtbar. Besonders im Gedächtnis bleibt das Wortgefecht über den vermeintlich selbstmörderischen Frontalangriff auf eine feindliche Stellung und die daraus resultierende Befehlsverweigerung. Ohnehin hinterlässt insbesondere Nick Nolte als knallharter Lieutenant Colonel Gordon Tall einen bleibenden Eindruck. Gegen Ende besitzt schließlich auch George Clooney noch einen markanten Kurzauftritt. „Der schmale Grat“ ist ein realistisches und nachdenklich stimmendes Kriegsdrama, das sich intensiv mit Machtgefügen, Befehlsgehorsam und Opferbereitschaft auseinandersetzt und seine Soldaten nicht als bloße Kampfmaschinen, sondern als Menschen mit Ängsten, Gefühlen und Gedanken darstellt.

Zusatzinfos:

Der Film basiert auf dem 1962 erschienenen Roman „The Thin Red Line“ (deutscher Tiel: „Insel der Verdammten“) von James Jones, der selbst im Zweiten Weltkrieg auf Guadalcanal gekämpft hatte.

Für Regisseur Terrence Malick bedeutete der Film ein bemerkenswertes Comeback: Seit „In der Glut des Südens“ (1978) hatte er 20 Jahre lang keinen Spielfilm mehr gedreht.

„Der schmale Grat“ wurde für sieben Oscars nominiert, konnte aber keine der Trophäen gewinnen.

Mein Lieblingszitat aus dem Film:

„Man muss sich um einen Soldaten erst Sorgen machen, wenn er aufhört rum zu meckern.“ (Lieutenant Colonel Gordon Tall)

Auszeichnungen:

  • Goldener Bär als „Bester Film“ und bei der Berlinale
  • Satellite Awards in den Kategorien „Bester Film – Drama“, „Beste Regie“ (Terrence Malick), „Beste Kamera“, „Beste Original-Musik“ und „Spezialpreis – Bestes Ensemble“

  • Oscar-Nominierungen in den Kategorien „Bester Film“, „Beste Regie“ (Terrence Malick), „Bestes adaptiertes Drehbuch“, „Beste Kamera“, „Bester Ton“, „Bester Schnitt“ und „Beste Original-Musik“
  • Nominierungen für den Satellite Award in den Kategorien „Bestes adaptiertes Drehbuch“ und „Bester Schnitt“
  • Nominierung für den Bodil Award in der Kategorie „Bester amerikanischer Film“
  • Nominierung für den César in der Kategorie „Bester ausländischer Film“

Der Film erhielt zahlreiche weitere Auszeichnungen und Nominierungen internationaler Filmpreise.

Trailer

Soundtrack

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