Heimkino-Filmkritik

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Das Wunder von Bern

Das Wunder von Bern


Filmposter via TMDb (themoviedb.org)

Cast & Crew:

Regie: Sönke Wortmann

Besetzung: Louis Klamroth (Matthias Lubanski), Peter Lohmeyer (Richard Lubanski), Sascha Göpel (Helmut Rahn), Lucas Gregorowicz (Paul Ackermann), Katharina Wackernagel (Annette Ackermann), Johanna Gastdorf (Christa Lubanski), Mirko Lang (Bruno Lubanski), Birthe Wolter (Inge Lubanski), Peter Franke (Sepp Herberger), Knut Hartwig (Fritz Walter), Holger Dexne (Horst Eckel), Martin Bretschneider (Hans Schäfer), Simon Verhoeven (Ottmar Walter)

Produktion: Sönke Wortmann, Tom Spiess, Hanno Huth

Drehbuch: Sönke Wortmann, Rochus Hahn

Filmmusik: Marcel Basotti

Kamera: Tom Fährmann

Schnitt: Ueli Christen

Story:

Im Deutschland des Jahres 1954 kehrt Richard Lubanski nach zehn Jahren Kriegsgefangenschaft zu seiner Familie nach Essen zurück. Doch der Vater findet nur schwer zurück in den Alltag, und besonders zu seinem elfjährigen Sohn Matthias entwickelt sich zunächst ein schwieriges Verhältnis. Während Matthias von einer Karriere seines Fußballidols Helmut Rahn träumt und die deutsche Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft in der Schweiz begeistert verfolgt, kämpft seine Familie mit den Folgen des Krieges und dem Neuanfang. Als sich die Ereignisse auf und neben dem Fußballplatz zuspitzen, wird das „Wunder von Bern“ für viele Menschen zu einem Symbol der Hoffnung und des Aufbruchs.


Heimkino-Filmkritik:

Sönke Wortmann gelingt es, den Zeitgeist der deutschen Nachkriegsjahre Anfang der 1950er-Jahre stimmungsvoll einzufangen und authentisch auf die Leinwand zu bringen. „Das Wunder von Bern“ ist dabei weit mehr als ein Fußballfilm – vielmehr erzählt er ein vielschichtiges Familiendrama, das ebenso bewegend wie atmosphärisch ist. Zunächst zeichnet der Film ein glaubwürdiges Bild des Ruhrgebiets mit seinen Arbeitersiedlungen, den Zechen und den Bolzplätzen der Nachkriegszeit. Im Mittelpunkt steht jedoch die Geschichte eines Heimkehrers aus der Kriegsgefangenschaft und dessen schwierige Rückkehr in das Familienleben. Der Fußball bleibt zunächst eher Nebensache; wichtiger sind das Kennenlernen der Figuren und ihre persönlichen Schicksale. Erst nach und nach entwickelt sich die Weltmeisterschaft von 1954 zum verbindenden Element der Geschichte. Sönke Wortmann versteht es zudem, bekannte Zitate der damaligen Zeit – darunter die legendäre Radioreportage des WM-Finales sowie einzelne Sprüche Sepp Herbergers – geschickt in den Film einzubinden. Die Spielszenen des Endspiels sind den historischen Originalaufnahmen bis ins Detail nachempfunden. „Das Wunder von Bern“ ist zwar selbst kein Wunder, aber ein insgesamt gelungener Film über das „Wunder“.

Zusatzinfos:

Der Film verbindet das historische Ereignis der Fußball-Weltmeisterschaft 1954 mit einer fiktiven Familiengeschichte aus dem Ruhrgebiet. Die Geschichte der Familie Lubanski ist frei erfunden. Auch die enge Freundschaft zwischen Matthias und Nationalspieler Helmut Rahn sowie dessen Rolle als persönlicher Mentor des Jungen hat es in dieser Form nie gegeben. Helmut Rahn stammte zwar tatsächlich aus Essen und galt als volksnah, die Handlung dient jedoch als erzählerisches Bindeglied zwischen Familiengeschichte und Weltmeisterschaft.

Das Finale der Weltmeisterschaft zwischen Deutschland und Ungarn wurde mit großem Aufwand rekonstruiert. Kameraperspektiven, Spielverlauf, Radiokommentar und zahlreiche Spielszenen orientieren sich eng an den historischen Originalaufnahmen und der legendären Reportage von Herbert Zimmermann.

Der Film wurde überwiegend an Originalschauplätzen im Ruhrgebiet sowie in der Schweiz gedreht. Das Wankdorfstadion, in dem das WM-Finale stattfand, existierte zum Zeitpunkt der Dreharbeiten bereits nicht mehr, weshalb das Stadion für den Film nachgebaut beziehungsweise digital ergänzt werden musste.

Mit über 3,7 Millionen Kinobesuchern gehört „Das Wunder von Bern“ zu den erfolgreichsten deutschen Filmen des Jahres 2003. 2014 wurde der Stoff als Musical auf die Bühne gebracht.

Mein Lieblingszitat aus dem Film:

„Frauen sind der natürliche Feind des Fußballs.“

Auszeichnungen:

  • Deutscher Filmpreis in Silber in der Kategorie „Bester Film“
  • Bayrischer Filmpreis in den Kategorien „Beste Regie“ (Sönke Wortmann) und „Beste Nebendarstelllerin“ (Johanna Gastdorf)
  • Publikumspreis beim Internationalen Filmfestival von Locarno
  • Goldene Leinwand


  • Nominierung für den Europäischen Filmpreis in der Kategorie „Beste Kamera“
  • Nominierungen für den Deutschen Filmpreis in den Kategorien „Bester deutscher Film“, „Beste Regie“ (Sönke Wortmann) und „Beste Nebendarstellerin“ (Johanna Gastdorf)

Der Film erhielt einige weitere Auszeichnungen und Nominierungen internationaler Filmpreise.

Trailer

Soundtrack

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