Funny Games

Filmposter via TMDb (themoviedb.org)
Cast & Crew:
Regie: Michael Haneke
Besetzung: Susanne Lothar (Anna), Ulrich Mühe (Georg), Arno Frisch (Paul), Frank Giering (Peter), Stefan Clapczynski (Schorschi)
Story:
Der Beginn eines Familienurlaubs verspricht Erholung: Anna, Georg und ihr kleiner Sohn verbringen die Ferien in ihrem abgelegenen Haus am See. Doch die friedliche Idylle wird jäh unterbrochen, als zwei höflich auftretende junge Männer an der Tür erscheinen und unter einem harmlosen Vorwand Einlass erhalten. Was zunächst wie eine alltägliche Begegnung wirkt, entwickelt sich schon bald zu einem perfiden Psychospiel. Peter und Paul beginnen, die Familie mit scheinbar grundloser Grausamkeit zu terrorisieren und zwingen sie in ein sadistisches Spiel, bei dem jede Hoffnung auf Flucht oder Rettung schwindet.
Heimkino-Filmkritik:
Schon der Vorspann lässt erahnen, worauf es hinausläuft. Die sehr ruhige Autofahrt mit klassischer Musik wird mit dem Einblenden des Titels abrupt unterbrochen. Laut krachende Musik bricht sich Bahn und zerstört die Familienidylle. Die authentische Einführung in die Charaktere lässt das kurze Zeit später zu Beobachtende noch deutlich intensiver werden. Von der psychischen Intensität her geht Regisseur Michael Haneke hier tatsächlich an die Grenze des Zumutbaren. Gewalt wird nur in Ansätzen gezeigt, brutal-blutige Bilder gibt es kaum, das Grauen spielt sich in der Vorstellung der Zuschauer ab, wird dabei aber mitunter durch den Ton unterstützt. Dabei wenden sich die Protagonisten sogar wiederholt direkt an den Zuschauer, der damit quasi zum Mittäter oder zumindest zum Voyeur der Taten wird. Diesem inszenatorischen Kniff kann man sich kaum entziehen. „Funny Games“ ist unheimlich gut gemacht. Die Darsteller spielen ihre Rollen durchweg glaubhaft. Aber auch filmtechnisch weiß Hanekes Werk zu überzeugen. Insbesondere nach der ersten großen Bluttat erleben wir eine ungemein lange Kameraeinstellung, die den Betrachter an der grausamen Situation teilhaben lässt. Die Reaktion der Protagonisten und ihre Fassungslosigkeit werden nahezu in Echtzeit erlebbar. Die Interaktion mit dem Zuschauer erfährt ihren Höhepunkt in dem Moment, wo einer der Verbrecher zur Fernbedienung greift, den Film stoppt und die Handlung nun ein Stück zurückspult. Doch in diesem Augenblick bricht der Film auch für einen Moment mit seinem realistischen Setting. – „Funny Games“ ist ein kompromissloser Home-Invasion-Thriller erster Güte, der das Wort Psychoterror neu definiert. Dabei werden die Mechanismen filmischer Gewalt auf provokante Weise hinterfragt. Teilweise kaum zu ertragen, aber filmisch und inszenatorisch ein Meisterwerk.
Zusatzinfos:
Seine Premiere feierte der Film bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes, wo er direkt für heftige Reaktionen sorgte. Während ihn viele Kritiker als mutiges Meisterwerk feierten, verließen andere Zuschauer aus Protest oder Überforderung den Kinosaal. Bis heute zählt „Funny Games“ zu den kontroversesten Filmen Michael Hanekes.
Zehn Jahre nach dem Original inszenierte Regisseur Michael Haneke mit „Funny Games U. S.“ selbst eine US-amerikanische Neuverfilmung. Das Besondere: Abgesehen von der englischen Sprache und einer neuen Besetzung handelt es sich nahezu um eine 1:1-Kopie des Originals. Kameraeinstellungen, Dialoge, Szenenfolge und sogar viele Bewegungsabläufe wurden nahezu identisch übernommen – ein im Kino äußerst ungewöhnliches Vorgehen.
Mein Lieblingszitat aus dem Film:
Anna: „Warum bringt ihr uns nicht gleich um?“
Peter: „Sie dürfen den Unterhaltungswert nicht vergessen. Wir würden doch alle um unseren Spaß gebracht.“
Auszeichnungen:
Der Film erhielt einige weitere Auszeichnungen und Nominierungen internationaler Filmpreise.
Trailer
Soundtrack
Zugeordnete Themen
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*Ausgenommen Filme der selben Filmreihe und Remakes.
Bewertung
Action: ★★☆☆☆
Anspruch: ★★★★☆
Erotik: ☆☆☆☆☆
Herz: ★★★★☆
Humor: ☆☆☆☆☆
Spannung: ★★★★★
Externe Wertung:
76,43 %
Meine Wertung:
9/10
Gesamtwertung:
81,64 %
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