Heimkino-Filmkritik

Kurze Filmkritiken und Empfehlungslisten

Funny Games U.S.

Funny Games U.S.


Filmposter via TMDb (themoviedb.org)

Cast & Crew:

Regie: Michael Haneke

Besetzung: Naomi Watts (Ann), Tim Roth (George), Brady Corbet (Peter), Michael Pitt (Paul), Devon Gearhart (Georgie), Boyd Gaines (Fred), Siobhan Fallon Hogan (Betsy), Robert LuPone (Robert), Linda Moran (Eve)

Produktion: Hengameh Panahi, Christian Baute, Andro Steinborn, Andrea Occhipinti, Rene Bastian, Linda Moran, Adam Brightman, Jonathan Schwartz, Chris Coen, Hamish McAlpine

Drehbuch: Michael Haneke

Kamera: Darius Khondji

Schnitt: Monika Willi

Story:

Für Ann, George und ihren kleinen Sohn beginnt der Urlaub im abgelegenen Ferienhaus am See zunächst vollkommen idyllisch. Doch die friedliche Atmosphäre schlägt schlagartig um, als zwei höflich wirkende junge Männer unter einem harmlosen Vorwand an der Tür erscheinen. Schon bald entpuppen sich Peter und Paul als sadistische Psychopathen, die die Familie in ihre Gewalt bringen und sie zu einem grausamen Spiel zwingen. Mit perfiden Regeln und psychischem Terror treiben sie ihre Opfer immer weiter in die Verzweiflung und behaupten, dass niemand die kommenden Stunden überleben werde.


Heimkino-Filmkritik:

Der österreichische Regisseur Michael Haneke kopierte hiermit seinen eigenen Skandalfilm „Funny Games“ (1997) für den US-Markt. Dabei handelt es sich beinahe um eine 1:1-Kopie seines Films von 1997. Kameraeinstellungen, Dialoge, Musik… nahezu alles wirkt identisch, nur der Cast wurde gegen bekannte Hollywooddarsteller ausgetauscht. Das gesamte Drehbuch wurde aber weitestgehend einfach nochmal verwendet. Das macht den Film zwar nicht zwingend schlechter, doch man fragt sich die gesamte Laufzeit über, warum ein derartiges Remake wirklich notwendig ist. Möglicherweise aus wirtschaftlicher Sicht um den US-Markt zu erreichen, aber filmtechnisch ergibt es wenig Sinn. Insgesamt ist dennoch das Original ein kleines bisschen intensiver und filmhistorisch natürlich bedeutender. Der Psychoterror wird aber auch hier spürbar. Insbesondere die beiden Verbrecher erscheinen aber im Original noch beängstigender und unberechenbarer. Auch das Elternpaar wirkte 1997 authentischer. Besonders für diejenigen, die das Original kennen und vielleicht sogar erst kürzlich gesehen haben, dürfte diese Neuauflage etwas spannungsarm erscheinen. Für Nichtkenner des Originals handelt es sich trotzdem um einen guten und spannenden Film. Trotzdem sollte man auch dieser Gruppe eher die Version von 1997 ans Herz legen. – Spannender und an die Nerven gehender Home-Invasion-Thriller, der ein intensives Seherlebnis darstellt, als 1:1-Remake jedoch etwas überflüssig erscheint und im direkten Vergleich mit „Funny Games“ (1997) knapp den Kürzeren zieht. Dennoch werden auch hier die Mechanismen filmischer Gewalt provokant hinterfragt und der Zuschauer wird zum Mitwisser und Voyeur.

Zusatzinfos:

„Funny Games U.S.“ ist ein US-Remake von „Funny Games“ (1997) – und wurde wie das Original erneut von Michael Haneke inszeniert. Das Besondere: Es handelt sich nahezu um eine 1:1-Neuverfilmung. Kameraeinstellungen, Dialoge, Musik, Szenenfolge und selbst viele Bewegungsabläufe wurden nahezu unverändert übernommen. Lediglich Schauplatz, Sprache und Besetzung unterscheiden sich vom Original.

Michael Haneke begründete die Neuverfilmung damit, dass sich seine Kritik an der Darstellung von Gewalt im Kino vor allem gegen die amerikanische Medien- und Unterhaltungskultur richtete. Da der österreichische Originalfilm in den USA nur ein vergleichsweise kleines Publikum erreichte, sah Haneke sein eigentliches Ziel verfehlt. Mit „Funny Games U.S.“ wollte er dieselbe Botschaft einem amerikanischen Publikum unmittelbar zugänglich machen.

Dieses Vorhaben ging allerdings kaum auf. Trotz prominenter Besetzung mit blieb der Film an den amerikanischen Kinokassen deutlich hinter den Erwartungen zurück. In den USA spielte er lediglich rund 1,3 Millionen US-Dollar ein und konnte das Publikum ähnlich wenig erreichen wie bereits das Original.

„Funny Games U.S.“ zählt bis heute zu den ungewöhnlichsten Remakes der Filmgeschichte. Dass ein Regisseur seinen eigenen Film nahezu bildgenau zehn Jahre später noch einmal inszeniert, ist eine absolute Ausnahme und macht die beiden Fassungen zu einem interessanten Vergleichsobjekt für Filmwissenschaft und Filmliebhaber.

Mein Lieblingszitat aus dem Film:

„Es ist langweilig, wenn ein Stummer leidet. Wir wollen dem Publikum doch etwas bieten, nicht wahr?“

Auszeichnungen:

  • Nominierung für den Young Artist Award in der Kategorie „Bester Nachwuchsdarsteller in einer Nebenrolle“ (Devon Gearhart)
  • Nominierung für den Scream Award in der Kategorie „Bestes Remake“

Der Film erhielt einige weitere Auszeichnungen und Nominierungen internationaler Filmpreise.

Trailer

Soundtrack

Zugeordnete Themen

Ähnliche Filme*

kein Eintrag vorhanden

*Ausgenommen Filme der selben Filmreihe und Remakes.

Bewertung

© Heimkino-Filmkritik 2026