Die Stadt der verlorenen Kinder

La Cité des enfants perdus


Filmposter via TMDb (themoviedb.org)

Cast & Crew:

Regie: Jean-Pierre Jeunet, Marc Caro

Besetzung: Ron Perlman (One), Daniel Emilfork (Krank), Judith Vittet (Miette), Dominique Pinon (Der Taucher/Die Klone), Jean-Claude Dreyfus (Marcello, der Floh-Dompteur), Mireille Mossé (Mademoiselle Bismuth), Serge Merlin (Gabriel Marie)

Produktion: Claudie Ossard

Drehbuch: Jean-Pierre Jeunet, Marc Caro, Gilles Adrien

Filmmusik: Angelo Badalamenti

Kamera: Darius Khondji

Schnitt: Hervé Schneid

Story:

In einer düsteren, märchenhaft anmutenden Hafenstadt verschwinden immer wieder Kinder. Sie werden im Auftrag des geheimnisvollen Krank entführt, der auf einer abgelegenen Plattform vor der Küste lebt. Krank selbst ist unfähig zu träumen und altert deshalb vorzeitig. In der Hoffnung, diesem Schicksal zu entkommen, versucht er, die Träume der entführten Kinder für sich zu nutzen. Zu seinen Opfern gehört auch der kleine Denree, der gemeinsam mit dem gutmütigen Kraftmenschen One unterwegs war. One macht sich auf die Suche nach seinem verschwundenen Gefährten und erhält dabei Unterstützung von der cleveren Miette. Ihre Suche führt die beiden durch eine bizarre Welt voller eigenartiger Gestalten und Gefahren und schließlich immer näher an Kranks geheimnisvolles Reich.


Heimkino-Filmkritik:

„Die Stadt der verlorenen Kinder“ bietet eine surrealistisch anmutende (Alb-)Traumwelt mit irren Kameraperspektiven, einer beinahe postapokalyptischen Szenerie, starken Masken und tollen Kulissen. Künstlerisch ist das Ganze ansprechend, mitunter sogar herausragend umgesetzt, doch die Geschichte erzeugt leider nur leidlich Spannung. Gerade zu Beginn wirkt der Film ausgesprochen abstrus, und man benötigt einige Zeit, um sich in der Handlung zurechtzufinden. So bleibt am Ende der Eindruck, einen visuell beeindruckenden französischen Film gesehen zu haben, der storytechnisch jedoch etwas ermüdend wirkt.

Zusatzinfos:

„Die Stadt der verlorenen Kinder“ ist das zweite und zugleich letzte gemeinsame Langfilm-Regiewerk von Jean-Pierre Jeunet und Marc Caro nach „Delicatessen“ (1991). Die Idee zu dem Film hatten die beiden bereits rund 14 Jahre vor seiner Fertigstellung entwickelt. Erst der Erfolg von „Delicatessen“ erleichterte die Finanzierung des wesentlich aufwendigeren Projekts. Die Dreharbeiten begannen im April 1994 und dauerten etwa 20 Wochen.

Für die außergewöhnlichen Kostüme war der französische Modeschöpfer Jean-Paul Gaultier verantwortlich.

Für seine Zeit setzte der Film in ungewöhnlich großem Umfang auf digitale Spezialeffekte. Besonders aufwendig waren die Szenen mit den von Dominique Pinon verkörperten Klonen: Pinon spielte die einzelnen Figuren nacheinander, wobei die Aufnahmen anschließend digital zu gemeinsamen Einstellungen zusammengesetzt wurden. Weitere Computereffekte kamen unter anderem bei den Flöhen, einer Traumsequenz und einem fallenden Wassertropfen zum Einsatz.

Der Film hatte ein für damalige europäische Verhältnisse beträchtliches Budget von rund 18 Millionen US-Dollar. Das Geld floss sichtbar in die aufwendigen Studiokulissen, Kostüme und Spezialeffekte. Die Hafenstadt und große Teile der fantastischen Welt entstanden auf Studiobühnen außerhalb von Paris.

Aus dem Film entstand außerdem ein gleichnamiges Computerspiel, das in Zusammenarbeit mit Marc Caro entwickelt wurde. Es erschien unter anderem für die erste PlayStation und den PC und greift die Welt und Gestaltung des Films auf.

Mein Lieblingszitat aus dem Film:

„Meine Ohren sind so gut, dass ich Dich sogar denken höre.“

Auszeichnungen:

  • César in der Kategorie „Bestes Szenenbild“

  • Nominierung für die Goldene Palme als „Bester Film“ bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes
  • Nominierungen für den César in den Kategorien „Beste Musik“, „Beste Kamera“ und „Beste Kostüme“
  • Nominierungen für den Saturn Award in den Kategorien „Bester Horrorfilm“, „Beste Nachwuchsdarstellerin“ (Judith Vittet) und „Beste Kostüme“
  • Nominierung für den Goya in der Kategorie „Beste Spezialeffekte“

Der Film erhielt einige weitere Auszeichnungen und Nominierungen internationaler Filmpreise.

Trailer

Soundtrack

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