Lion – Der lange Weg nach Hause

Lion


Filmposter via TMDb (themoviedb.org)

Cast & Crew:

Regie: Garth Davis

Besetzung: Dev Patel (Saroo Brierley), Rooney Mara (Lucy), Nicole Kidman (Sue Brierley), David Wenham (John Brierley), Sunny Pawar (Saroo (jung)), Abhishek Bharate (Guddu), Priyanka Bose (Kamla), Tannishtha Chatterjee (Noor)

Produktion: Iain Canning, Emile Sherman, Angie Fielder

Drehbuch: Luke Davies

Buchvorlage: Saroo Brierley

Filmmusik: Hauschka, Dustin O'Halloran

Kamera: Greig Fraser

Schnitt: Alexandre de Franceschi

Story:

Der fünfjährige Saroo wächst in ärmlichen Verhältnissen in Indien auf. Als er eines Nachts an einem Bahnhof versehentlich in einen Zug gerät, wird er Hunderte Kilometer von seiner Heimat entfernt in die Millionenstadt Kalkutta gebracht. Ohne die Sprache der Menschen dort zu verstehen und unfähig, seinen Herkunftsort genau zu benennen, ist der Junge völlig auf sich allein gestellt. Schließlich wird er von einem australischen Ehepaar adoptiert und wächst in einem liebevollen Zuhause auf. Doch auch als Erwachsener lassen ihn die Erinnerungen an seine leibliche Familie nicht los …


Heimkino-Filmkritik:

Die erste Dreiviertelstunde des Films bietet einen ungemein authentischen Einblick in die Lebensverhältnisse in Indien. Toll bebildert gelingt es dem Film, dem Zuschauer sowohl das Schicksal des Jungen als auch die Hektik der Großstadt Kalkutta glaubhaft zu vermitteln. Dabei sind diese 45 Minuten komplett mit deutschen Untertiteln versehen, da in dieser Passage ausschließlich Hindi und Bengali gesprochen wird. Auch das trägt maßgeblich zur äußerst gelungenen Atmosphäre des Films bei. Danach wird auf Englisch bzw. in der deutschen Synchronfassung auf Deutsch gewechselt, da sich auch der Schauplatz der Handlung entsprechend ändert. Die zweite Hälfte des Films ist zwar weniger beklemmend, doch auch die Collagen aus der Suche mit Google Earth und den Erinnerungen von Saroo sind gut gemacht und vermitteln ein gutes Gefühl für die Recherchearbeit des inzwischen erwachsenen Saroo. Das herzergreifende Ende rundet den insgesamt gelungenen Film schließlich ab.

Zusatzinfos:

Der Film erzählt die Lebensgeschichte des Inders Saroo Brierley, der 1986 im Alter von fünf Jahren von seiner Familie getrennt und schließlich von einem australischen Ehepaar adoptiert wurde. Als Erwachsener gelang es ihm nach rund 25 Jahren, seine indische Heimat wiederzufinden. Seine Erlebnisse veröffentlichte er 2013 in seiner Autobiografie „A Long Way Home“, auf welcher der Film beruht.

Saroo Brierley suchte jahrelang mithilfe von Google Earth nach seinem Geburtsort. Ausgehend von seinen Erinnerungen an die Zugfahrt untersuchte er Bahnstrecken, Bahnhöfe und Siedlungen auf Satellitenbildern. 2012 entdeckte er schließlich seinen Heimatort Ganesh Talai im indischen Khandwa.

Erst bei seiner Rückkehr nach Indien erfuhr Saroo, dass sein ursprünglicher Vorname eigentlich „Sheru“ lautete. Da er als Kind seinen Namen nicht richtig aussprechen konnte, war daraus während seiner Zeit im Waisenhaus „Saroo“ geworden. „Sheru“ bedeutet auf Hindi „Löwe“ – daher auch der Filmtitel „Lion“.

Nicole Kidman (übrigens selbst in Australien aufgewachsen), die Saroos australische Adoptivmutter Sue Brierley spielt, ist selbst Mutter zweier adoptierter Kinder. In Interviews erklärte sie, dass sie sich deshalb besonders mit ihrer Filmfigur identifizieren konnte.

Mit einem Produktionsbudget von rund zwölf Millionen US-Dollar spielte „Lion“ weltweit mehr als 140 Millionen US-Dollar ein. Damit wurde das Drama zu einem der erfolgreichsten australischen Filme seiner Zeit.

Mein Lieblingszitat aus dem Film:

Kein Zitat vorhanden.

Auszeichnungen:

  • BAFTA Film Awards in den Kategorien „Bester Nebendarsteller“ (Dev Patel) und „Bestes adaptiertes Drehbuch“

  • Oscar-Nominierungen in den Kategorien „Bester Film“, „Bester Nebendarsteller“ (Dev Patel), „Beste Nebendarstellerin“ (Nicole Kidman), „Bestes adaptiertes Drehbuch“, „Beste Kamera“ und „Beste Original-Musik“
  • Golden-Globe-Nominierungen in den Kategorien „Bester Film – Drama“, „Bester Nebendarsteller“ (Dev Patel), „Beste Nebendarstellerin“ (Nicole Kidman) und „Beste Original-Musik“
  • Nominierungen für den BAFTA Film Award in den Kategorien „Beste Nebendarstellerin“ (Nicole Kidman), „Beste Kamera“ und „Beste Original-Musik“
  • Nominierung für den Saturn Award in der Kategorie „Bester Independentfilm“
  • Nominierungen für den Satellite Award in den Kategorien „Bester Film“, „Bester Nebendarsteller“ (Dev Patel), „Beste Nebendarstellerin“ (Nicole Kidman), „Bestes adaptiertes Drehbuch“ und „Bester Schnitt“
  • Nominierungen für den Sierra Award in den Kategorien „Bestes adaptiertes Drehbuch“ und „Beste Musik“

Der Film erhielt zahlreiche weitere Auszeichnungen internationaler Filmpreise.

Trailer

Soundtrack

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