Heimkino-Filmkritik

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Die Welle

Die Welle


Filmposter via TMDb (themoviedb.org)

Cast & Crew:

Regie: Dennis Gansel

Besetzung: Jürgen Vogel (Rainer Wenger), Christiane Paul (Anke Wenger), Frederick Lau (Tim), Max Riemelt (Marco), Jennifer Ulrich (Karo), Jacob Matschenz (Dennis), Cristina do Rego (Lisa), Elyas M’Barek (Sinan), Maximilian Vollmar (Bomber), Maximilian Mauff (Kevin), Ferdinand Schmidt-Modrow (Ferdi)

Produktion: David Groenewold, Franz Kraus, Martin Moszkowicz, Antonio Exacoustos, Christian Becker

Drehbuch: Peter Thorwarth, Dennis Gansel

Buchvorlage: Morton Rhue

Filmmusik: Heiko Maile

Kamera: Torsten Breuer

Schnitt: Ueli Christen

Story:

Der engagierte Gymnasiallehrer Rainer Wenger übernimmt während einer Projektwoche das Thema Autokratie. Um seinen Schülern die Mechanismen autoritärer Herrschaftsformen anschaulich zu vermitteln, startet er ein ungewöhnliches Experiment. Was zunächst als harmloses Unterrichtsprojekt beginnt, entwickelt schon bald eine überraschende Dynamik. Durch gemeinsame Regeln, Disziplin, ein einheitliches Auftreten und ein starkes Gemeinschaftsgefühl entsteht innerhalb kürzester Zeit eine Bewegung, die sich selbst „Die Welle“ nennt. Viele Schüler erleben zum ersten Mal das Gefühl von Zugehörigkeit und Stärke. Doch je erfolgreicher das Experiment wird, desto mehr verliert es seinen ursprünglichen pädagogischen Charakter.


Heimkino-Filmkritik:

Jürgen Vogel zeigt hier die ganze Klasse seines schauspielerischen Könnens. Als Lehrer an einem Gymnasium gleitet ihm mehr und mehr ein Experiment aus den Händen. Einfühlsam, bewegend, aus Schüler- und Lehrersicht dargestellt, erzählt Dennis Gansels Film, in Anlehnung an die deutsche Vergangenheit, von der Gefahr der Entstehung autokratischer Strukturen. Intensive Verfilmung des Romans von Morton Rhue, die eine wichtige politische und gesellschaftliche Botschaft überzeugend vermittelt und dabei aktueller und wichtiger ist denn je. So wird eindrucksvoll gezeigt, wie leicht Menschen von autoritäten Strukturen beeinflusst werden können und wie schnell demokratische Werte ins Wanken geraten. Insbesondere die sich allmählich entwickelnde Eigendynamik wird glaubhaft vermittelt und der Film sensibilisiert für das Thema.

Zusatzinfos:

Originalexperiment:
Der Film geht auf das Schulprojekt „The Third Wave“ zurück, das der US-amerikanische Geschichtslehrer Ron Jones 1967 an der Cubberley High School in Kalifornien durchführte. Jones wollte seinen Schülern verdeutlichen, wie autoritäre Systeme funktionieren und weshalb Menschen bereit sind, sich ihnen unterzuordnen. Das Experiment entwickelte jedoch überraschend schnell eine Eigendynamik und wurde bereits nach wenigen Tagen beendet.

Romanvorlage:
Die Ereignisse des Experiments dienten als Grundlage für den Roman „Die Welle“ von Morton Rhue. Das Buch erschien Anfang der 1980er-Jahre und gehört bis heute zu den bekanntesten Schullektüren im deutschsprachigen Raum. Es wird regelmäßig im Unterricht eingesetzt, insbesondere im Zusammenhang mit den Themen Nationalsozialismus, Demokratie und Gruppendynamik.

Frühere Verfilmung:
Noch vor der deutschen Kinofassung wurde der Stoff bereits unter dem Titel „The Wave“ (1981) als 46-minütiger US-Fernsehfilm adaptiert. Die deutsche Neuverfilmung überträgt die Geschichte nun aus den USA in die Gegenwart Deutschlands. Dadurch erhält die Handlung eine zusätzliche Brisanz, da sie unmittelbar die Frage aufwirft, ob autoritäres Denken und faschistische Tendenzen auch in einer modernen deutschen Demokratie wieder entstehen könnten. Zudem wurden zahlreiche Figuren und Handlungselemente gegenüber Buch und Fernsehfilm verändert oder erweitert.

Mein Lieblingszitat aus dem Film:

„Ihr seid also der Meinung, dass eine Diktatur in Deutschland nicht mehr möglich wäre?“ (Rainer Wenger)

Auszeichnungen:

  • Deutscher Filmpreis in den Kategorien „Bester Nebendarsteller“ (Frederick Lau) und „Bester Spielfilm“ (Filmpreis in Bronze)
  • Jupiter Awards in den Kategorien „Bester deutscher Darsteller“ (Jürgen Vogel) und „Beste deutsche Regie“ (Dennis Gansel)

  • Nominierung für den Preis der Jury beim Sundance Film Festival
  • Nominierung für den Europäischen Filmpreis in den Kategorien „Bester europäischer Darsteller“ (Jürgen Vogel) und „Publikumspreis“
  • Nominierung für den Deutschen Filmpreis in der Kategorie „Bester Schnitt“
  • Nominierung für den Golden Trailer Award in der Kategorie „Bester ausländischer Original-Trailer“

Der Film erhielt einige weitere Auszeichnungen und Nominierungen internationaler Filmpreise.

Soundtrack

Trailer

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