Heimkino-Filmkritik

Kurze Filmkritiken und Empfehlungslisten

Der mit dem Wolf tanzt

Dances with Wolves

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181 Minuten, 236 Minuten (Kinolangfassung)

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Filmposter via TMDb (themoviedb.org)

Cast & Crew:

Regie: Kevin Costner

Besetzung: Kevin Costner (Lt. John J. Dunbar), Mary McDonnell (Steht mit einer Faust), Graham Greene (Strampelnder Vogel), Rodney A. Grant (Wind in seinem Haar), Floyd Red Crow Westerman (Zehn Bären), Tantoo Cardinal (Schwarzer Schal), Robert Pastorelli (Timmons), Charles Rocket (Lt. Elgin), Maury Chaykin (Major Fambrough)

Produktion: Kevin Costner, Jim Wilson

Drehbuch: Michael Blake

Buchvorlage: Michael Blake

Filmmusik: John Barry

Kamera: Dean Semler

Schnitt: Neil Travis

Story:

Während des Amerikanischen Bürgerkriegs lässt sich der Nordstaaten-Offizier John Dunbar an einen abgelegenen Außenposten an der Grenze zum unerschlossenen Westen versetzen. Fernab der Zivilisation richtet er sich in der Einsamkeit der Prärie ein und beginnt, die faszinierende Landschaft und ihre Bewohner kennenzulernen. Nach ersten vorsichtigen Begegnungen entwickelt sich zwischen Dunbar und den Lakota eine freundschaftliche Beziehung. Je mehr Zeit er mit ihnen verbringt, desto stärker wächst sein Verständnis für ihre Kultur, ihre Lebensweise und ihre Werte. Gleichzeitig entfremdet er sich zunehmend von der Welt, aus der er stammt.


Heimkino-Filmkritik:

„Der mit dem Wolf tanzt“ ist ein überwältigendes Westernepos, das in ruhigen Bildern vom Aufeinandertreffen unterschiedlicher Kulturen berichtet und dabei die Sicht der Indianer nicht vernachlässigt. Eingefangen in imposanten Bildern, gelingt es Regisseur und Hauptdarsteller Kevin Costner beinahe vier Stunden lang (Kinolangfassung) keine Langeweile aufkommen zu lassen. Der sehr atmosphärische Western überzeugt nicht allein durch seine eindrucksvollen Landschaftsaufnahmen und die detaillierte Schilderung des Lebens der Lakota sowie den inneren Konflikt des weißen Leutnants, der sich mit seinem Feind anfreundet, sondern auch durch die respektvolle Darstellung der indigenen Bevölkerung. So ist „Der mit dem Wolf tanzt“ eine epische Geschichte über Freundschaft, kulturelles Verständnis und den Verlust einer untergehenden Lebensweise. – Vielleicht der wichtigste Western der 1990er Jahre.

Zusatzinfos:

„Der mit dem Wolf tanzt“ ist Kevin Costners Regiedebüt und galt lange als riskantes Projekt. Das Studio zweifelte daran, dass ein fast vierstündiger Western mit zahlreichen Lakota-Dialogen ein breites Publikum finden würde. Der enorme Erfolg an den Kinokassen und bei den Filmpreisen widerlegte diese Einschätzung eindrucksvoll.

Die meisten Außenaufnahmen entstanden auf der rund 200 Quadratkilometer großen Triple U Ranch in South Dakota, etwa 50 Kilometer nordwestlich von Pierre. Die weitläufigen Prärien verliehen dem Film seine authentische Atmosphäre. Teile der für den Film errichteten Kulissen befinden sich heute in der Nähe von Rapid City und erinnern noch immer an die Dreharbeiten.

Besonders positiv wurde die respektvolle Darstellung der Lakota-Kultur aufgenommen. Die Darstellung der indigenen Bevölkerung unterschied sich deutlich von vielen klassischen Hollywood-Western, in denen Indianer oft nur als eindimensionale Gegner dargestellt wurden. Aus Anerkennung für seinen Beitrag zur differenzierten Darstellung ihrer Kultur wurde Kevin Costner von den Sioux symbolisch als Ehrenmitglied aufgenommen.

1997 wurde „Der mit dem Wolf tanzt“ in die National Film Registry aufgenommen. Damit zählt der Film zu den Werken, die von der amerikanischen Kulturinstitution als besonders bedeutend und dauerhaft erhaltenswert eingestuft werden.

Unterschiedliche Fassungen:
Neben der rund dreistündigen Kinofassung existiert eine knapp vierstündige Langfassung (236 Minuten), die zahlreiche zusätzliche Szenen enthält und die Integration Dunbars in die Gemeinschaft der Lakota ausführlicher schildert. Viele Fans betrachten diese Version heute als die definitive Fassung des Films.

Mein Lieblingszitat aus dem Film:

Major Fambrough: „Sie wollen also den Westen kennen lernen?!“
Lt. John J. Dunbar: „Ja, Sir! Bevor es ihn nicht mehr gibt.“

Auszeichnungen:

7 Oscars:
Bester Film
Beste Regie (Kevin Costner)
Beste Kamera
Bester Schnitt
Beste Musik
Bester Ton
Bestes adaptiertes Drehbuch

  • Golden Globes in den Kategorien „Bester Film – Drama“, „Beste Regie“ (Kevin Costner) und „Bestes Drehbuch“
  • Silberner Bär in der Kategorie „Herausragende Einzelleistung“ für Kevin Costner (Produktion, Regie, Darsteller) bei den Internationalen Filmfestspielen von Berlin
  • Goldene Leinwad mit einem Stern

  • Oscar-Nominierungen in den Kategorien „Bester Hauptdarsteller“ (Kevin Costner), „Bester Nebendarsteller“ (Graham Greene), „Beste Nebendarstellerin“ (Mary McDonnell), „Beste Ausstattung“ und „Beste Kostüme“
  • Golden-Globe-Nominierungen in den Kategorien „Bester Hauptdarsteller“ (Kevin Costner), „Beste Nebendarstellerin“ (Mary McDonnell) und „Beste Original-Musik“
  • Nominierung für den Goldenen Bären als „Bester Film“ bei den Internationalen Filmfestspielen von Berlin
  • Nominierungen für den BAFTA Film Award in den Kategorien „Bester Film“, „Bester Hauptdarsteller“ (Kevin Costner), „Bestes adaptiertes Drehbuch“, „Beste Kamera“, „Beste Regie“ (Kevin Costner), „Bester Schnitt“, „Beste Original-Musik“, „Bester Ton“ und „Bestes Make-Up“
  • Nominierung für den César in der Kategorie „Bester ausländischer Film“

Der Film erhielt zahlreiche weitere Auszeichnungen und Nominierungen internationaler Filmpreise.

Soundtrack

Trailer

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