Heimkino-Filmkritik

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Wir könnten genauso gut tot sein

Wir könnten genauso gut tot sein


Filmposter via TMDb (themoviedb.org)

Cast & Crew:

Regie: Natalia Sinelnikova

Besetzung: Ioana Iacob (Anna Wilczyńska), Pola Geiger (Iris Wilczyńska), Jörg Schüttauf (Gerti Posner), Knut Berger (Frank Drescher), Susanne Wuest (Erika Drescher), Siir Eloglu (Ursel), Moritz Jahn (Wolfram), Mina Özlem Sagdic (Zeynep), Cristin König (Frau Richards)

Produktion: Julia Wagner, Magdalena Wolff

Drehbuch: Natalia Sinelnikova, Viktor Gallandi

Filmmusik: Maxi Menot, Michael Kondaurow

Kamera: Jan Mayntz

Schnitt: Evelyn Rack

Story:

Eine Gruppe von Menschen lebt in einem abgeschotteten Hochhaus am Rand eines Waldes. Die Bewohner verstehen ihre Gemeinschaft als ein soziales Experiment, das auf gegenseitigem Vertrauen, moralischen Regeln und einem harmonischen Zusammenleben basiert. Als jedoch eine Reihe unerklärlicher Vorfälle (u. a. das Verschwinden eines Hundes) für Verunsicherung sorgt, breitet sich zunehmend Angst innerhalb der Hausgemeinschaft aus. Misstrauen und Verdächtigungen nehmen zu und stellen die zuvor geltenden Ideale infrage. Besonders eine Bewohnerin gerät dabei in den Mittelpunkt der Spannungen, während die fragile Ordnung der Gemeinschaft zunehmend ins Wanken gerät.


Heimkino-Filmkritik:

„Wir könnten genauso gut tot sein“ ist ein stark erzählter deutsch-rumänischer Independent-Film. Dabei entwirft Regisseurin Natalia Sinelnikova eine zunächst utopische Atmosphäre des Lebens in einer Gated Community. Alles scheint hier perfekt zu sein und die Menschen in Sicherheit leben zu können. Doch die „perfekte Gesellschaft“ gibt es nicht und so mutiert die Utopie immer mehr zu einer Dystopie. Eine Gesellschaft voller Misstrauen, die mit alltäglichen Sorgen und Problemen kämpfen muss und nach und nach gerät die heile Welt der Wohngemeinschaft aus dem Gleichgewicht. – Anspruchsvolles Kino, dem es gelingt, mit ganz wenigen Mitteln, aber geschickten dramaturgischen Kniffen, einer ausgezeichneten Kameraarbeit und starken Darstellern zu überzeugen.

Zusatzinfos:

Der Film ist das Regiedebüt der deutsch-rumänischen Filmemacherin Natalia Sinelnikova und zugleich der Abschlussfilm ihres Studiums an der Filmuniversität Babelsberg.

Gedreht wurde der Film größtenteils in Berlin.

Der Film feierte seine Premiere 2022 auf der Berlinale, wo er im Programm der Sektion Perspektive Deutsches Kino gezeigt wurde.

Der internationale Titel des Films lautet „We Might as Well Be Dead“.

Mein Lieblingszitat aus dem Film:

„Nicht nur Sie müssen zu uns passen, auch wir müssen zu Ihnen passen.“ (Anna Wilczynska)

Auszeichnungen:

  • Nominierungen für den Kompass-Perspektive-Preis, den Heiner-Carow-Preis und GWFF Preis als „Bester Erstlingsfilm“ bei den Internationalen Filmfestspielen von Berlin
  • Nominierungen für den Preis der deutschen Filmkritik in den Kategorien „Bestes Drehbuch“ und „Beste Musik“

Der Film erhielt einige weitere Auszeichnungen und Nominierungen internationaler Filmpreise.

Soundtrack

Trailer

Bewertung

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